Armutszeugnis in Heidenaus!
25. September 2026
Gestern hat der Stadtrat Heidenau mit einer deutlichen Mehrheit in geheimer Wahl das Verbot weiterer Verlegungen von Stolpersteinen beschlossen. Es stimmten dabei mehr Mitglieder für das Verbot, als zuvor den Antrag unterstützt hatten. Eingereicht hatte ihn die AfD mit Unterstützung von CDU-Mitgliedern und der Wählervereinigung Bürgerinitiative Oberelbe für mehr Demokratie (BOD).
Schon vor einiger Zeit hatte das AKuBiZ in einer Stellungnahme auf den drohenden Beschluss hingewiesen. In den vergangenen Wochen kamen weitere Positionierungen dazu. Unser Regionalverband hatte sowohl der Bürgermeisterin als auch den Mitglieder des Heidenauer Stadtrates bereits im Februar 2026 eine Stellungnahme sowie ein Gesprächsangebot vorgelegt. Niemand hatte darauf reagiert.
Unser Bundesverband hatte sich nochmals mit einem Brief an Mitglieder des Stadtrates gewandt:
An die CDU-Fraktion und alle anderen demokratischen Fraktionen im Heidenauer Stadtrat,
Wir sind entsetzt, dass die CDU gemeinsam mit AfD und BOD einen erinnerungspolitischen Antrag eingebracht hat, künftig keine weitere Verlegung von Stolpersteinen im Stadtgebiet zu gestatten.
Wir fordern die Stadträte der CDU in Heidenau auf, Ihre Beteiligung an diesem Antrag zurückzuziehen und bitten alle anderen Mitglieder des Stadtrates, gegen diesen Antrag zu stimmen.
Stolpersteine sind eine Möglichkeit lebendiger und würdiger Erinnerung inmitten der Stadt. Sie erinnern an Menschen, die an diesen Orten gelebt und gewirkt haben und sind verbunden mit aktuellem bürgerschaftlichem Engagement. Die geplante Einrichtung eines unspezifischen Gedenkortes auf dem Friedhof birgt die Gefahr, Erinnerung räumlich auszulagern und so aus der alltäglichen öffentlichen Wahrnehmung zu verbannen. Die Verbindung des Gedenkens an die Opfer des deutschen Faschismus mit der Erinnerung an Flucht und Vertreibung Deutscher während des Zweiten Weltkrieges oder Menschen, die in der DDR unter Repressalien zu leiden hatten, halten wir für ahistorisch und tendenziell NS-relativierend und damit für hochproblematisch.
Wir hoffen, dass der Stadtrat von Heidenau die richtige Entscheidung trifft und nicht im Sinne einer Partei abstimmt, die keinen Hehl daraus macht, dass sie die Erinnerung an die Verbrechen des Nazi-Regimes entsorgen will.
Mit freundlichen Grüßen
VVN-BdA
