Zu einer besonderen Gedenkveranstaltung lädt die LAG KZ Hohnstein am 14. März 2026 an die Burg Hohnstein ein.
Mit dem 1. Hohnsteiner Dialog erinnert die Lagerarbeitsgemeinschaft (LAG) an die Errichtung des Frühen KZ auf der Burg Hohnstein und damit an die gewaltsame Errichtung einer Diktatur, die zwölf Jahre andauern konnte. Im Zentrum der Erinnerung stehen jene Menschen, die im KZ Hohnstein ermordet wurden, ihren Verletzungen erlagen, sich das Leben nahmen oder an den Haftfolgen gestorben sind, sowie jene, die die dort verübten ersten nationalsozialistischen Verbrechen überlebten. Mit einer Ausstellung erinnern Mitglieder der erst im März 2025 gegründeten Lagerarbeitsgemeinschaft KZ Hohnstein an Menschen, die im KZ Hohnstein inhaftiert waren.
Ablauf: 11:00 Uhr Gedenken am Denkmal vor der Burg Begrüßung: Steffen Richter (LAG KZ Hohnstein) Grußworte: Daniel Brade (Bürgermeister von Hohnstein) Reden von Gabriele Hahn und Theres Schimansky (LAG KZ Hohnstein) Musikalische Begleitung: Elbsandsteiner Blasmusikanten
Zum anschließenden Niederlegen von Kränzen und Blumen sind alle herzlich eingeladen.
Direkt im Anschluss (spätestens 11:45 Uhr) wird auf der Burg Hohnstein die Ausstellung „Zwölf Porträts – Häftlinge des KZ Hohnstein 1933–1934. Eine Ausstellung der Lagerarbeitsgemeinschaft KZ Hohnstein“ eröffnet. Eröffnungsworte: Katharina Wüstefeld (LAG KZ Hohnstein).
Am 27. Januar, dem „Nationalen Gedenktag für die Opfer des Nationalsozialismus“, gedachten über 100 Pirnaer*innen den 6 Millionen ermordeten Jüdinnen und Juden und unzähligen weiteren Opfern der faschistischen Schreckensherrschaft
An diesem wintertrüben, nasskalten Januartag versammelten sich in der elften Stunde nach und nach etwa 100 Menschen am Denkmal für die Opfer des Naziregimes. Zum jährlichen Gedenken hatte Landrat Michael Geißler eingeladen. Der Posaunenchor der evangelischen Kirchgemeinde verlieh der Zusammenkunft zusätzliche Würde. Anwesend waren Vertreter*innen verschiedener Parteien und Organisationen u. a. Superintendentin Brigitte Lammert. Sie säumten mit vielen Blumen den Platz vor dem Mahnmal.
Punkt 11 Uhr eröffnete Landrat Michael Geißler die Gedenkveranstaltung mit einer kurzen, prägnanten Rede. Er verwies auf die doppelte Bedeutung dieses 27. Januar 2026. An diesem Tag befreite die Sowjetarmee 1945 die noch 7.000 Häftlinge des Konzentrationslager Auschwitz-Birkenau. Und auf den Tag genau vor 30 Jahren erklärte der damalige Bundespräsident Roman Herzog diesen Tag zum alljährlichen Nationalen Gedenktag für die Opfer des Nationalsozialismus. Seitdem wird dieser bundesweit, so auch in Pirna, mit der Anteilnahme vieler Bürger*innen begangen. Mit nachdrücklichen Worten erinnerte Michael Geisler an die mörderischen Verbrechen der Nazi-Schreckensherrschaft. Millionen und Abermillionen Menschen trieb sie mit ihren Angriffskriegen, dem Terror in den Konzentrationslagern und mit unmenschlicher Zwangsarbeit in den Tod. Erinnern und Gedenken muss heute bei jedem einzelnen Menschen heißen: die richtigen Lehren aus der Vergangenheit zu ziehen, in der Gegenwart höchst wachsam zu sein gegenüber Rechtsextremismus und erneutem nazistischem Gedankengut und engagiert für eine demokratische, friedliche und menschenwürdige Zukunft eintreten. Immer weniger Zeitzeug*innen können uns in dieser Gedenkarbeit unterstützen. Umso mehr braucht es Anstrengungen, insbesondere auch jungen Menschen die Konsequenzen aus den Verbrechen des Hitlerregimes nahezubringen.
Danach hielt Steffen Richter, Vorsitzender des Regionalverbandes Sächsische Schweiz-Osterzgebirge der VVN-BdA eine viel beachtete Ansprache. Er zitierte anfangs ein anrührendes Gedicht der Holocaust-Überlebenden Tamar Radzyner. Nach der Verlegung von Auschwitz in das KZ Stutthof und weiter in ein Dresdner Außenlager des KZ Flossenbürg gelang ihr auf dem Weg zum KZ Mockethal-Zatzschke die Flucht bis nach Polen. Mit ihrem Gedicht „Das Wörtchen“, damit meint sie das von den Faschisten verwendete, entwürdigende Wort „Jud“, geißelt sie Versuche der Verharmlosung und Verdrängung der faschistischen Judenverfolgung und –vernichtung, in der Nachkriegszeit.
Steffen Richter verwies auf die eine Million Menschen, die binnen vier Jahren allein im Vernichtungslager Auschwitz ermordet wurden. Dabei war das KZ Auschwitz eines von insgesamt 1000 Konzentrationslagern ab 1940 unter staatlicher Aufsicht. In der israelischen Holocaust-Gedenkstätte Yad Vashem befindet sich das “Denkmal für die Kinder“, das den 1,5 Millionen ermordeten jüdischen Kindern gewidmet ist. Von einem Tonband sind der Name, das Alter und der Geburtsort jedes einzelnen Kindes zu hören. Das Tonband braucht etwa drei Monate, um alle Namen wiederzugeben. Dann beginnt die Wiedergabe von vorn. Es war zu spüren, wie tief die Versammelten diese Aussage in sich aufnahmen.
Im Weiteren nannte Steffen Richter die Namen von 16 Frauen, die in Pirna und in der Region lebten und den Nazis zum Opfer fielen. Besonders würdigte er die parteilose Charlotte Prozeck, die aus dem Lohmgrund in Großcotta stammte. Die junge Frau transportierte antifaschistische Literatur. „Lotte“ wurde 1934 festgenommen. Damals war sie 24 Jahre alt. Sie befand sich 18 Monate in Untersuchungshaft, ohne auch nur ein Detail ihrer Widerstandsarbeit zu verraten. Bis heute ist nicht bekannt, was aus ihr wurde.
„Geben wir den den Opfern ein Gesicht!“, forderte Steffen Richter. Dabei merkte er kritisch an, dass er sich wünschen würde, dass sich gerade die Schulen der Region in den Prozess der antifaschistischen Gedenkarbeit einbringen. Er schloss seine Ansprache mit einem Zitat des ehemaligen Bundesvorsitzenden der VVN und jüdischen Widerstandskämpfers, Peter Gingold:
„Unsere Eltern haben versagt, denn sie haben nicht zusammengefunden, um den Faschismus rechtzeitig zu bekämpfen. Dafür gibt es nur eine Entschuldigung: Sie wussten nicht, was Faschismus an der Macht bedeutet. Für uns gilt diese Entschuldigung nicht.“
Nach dieser Ansprache legten die Teilnehmer*innen am Mahnmal in einer sehr würdigen Atmosphäre ihre Blumen nieder. Selten bin ich so nachdenklich nach Hause gegangen, wie nach dieser dieser Veranstaltung.
Günter Tischendorf Mitglied der VVN-BdA
Ergänzungen zum Bericht von Günter Tischendorf
Nachvollziehbarer Weise fühlten sich Teilnehmende der Veranstaltung in Pirna durch die Anwesenheit des OB Tim Lochner („Mich trennt von der AfD gar nichts – außer das Parteibuch“) mindestens unwohl. Immer wieder stellte er sich in der Vergangenheit gegen den Pirnaer CSD und stellte dabei sogar einen Bezug zwischen Regenbogen- und Hakenkreuzfahne her. Mehrere Menschen nahmen die Anwesenheit von OB Lochner auch deshalb als Störung der wahr, eine Person äußerte dies auch lautstark am Ende der Gedenkveranstaltung.
Am Nachmittag fand dann die Gedenkveranstaltung an der Burg Hohnstein statt. Etwa 30 Teilnehmende kamen zusammen und erinnerten dabei auch an das ehemalige Konzentrationslager, welches vom 1933 bis 1934 auf der Burg eingerichtet wurde. In Heidenau gab es die traditionelle Gedenkveranstaltung am Nordfriedhof. Hier wurde über das Leben von Hilde und Hans Coppi gesprochen. Die beiden Widerstandskämpfer*innen wurden von den Nazis in Berlin-Plötzensee ermordet. Die Veranstaltung endete mit einer Kranzniederlegung. Zur selben Zeit trafen sich hunderte Menschen am Bahnhof Dresden-Neustadt, um an die Deportation jüdischer Dresdner*innen zu erinnern. Dabei waren auch Mitglieder unserer VVN-BdA, die mit dem antifaschistischen Chor Pir-Moll die Veranstaltung am Denkmal unterstützten.
Am zweiten Wochenende im November fanden in Heidenau und Pirna Stadtrundgänge zum Gedenken an die antisemitischen Novemberpogrome von 1938 statt. Diese von den Nationalsozialisten organisierten und gesteuerten Übergriffe ereigneten sich auch in unserer Region. Mit den Veranstaltungen wollten wir an die lokalen Geschehnisse erinnern und über die Schicksale betroffener Menschen informieren.
Am Abend des 8. November trafen sich die Teilnehmenden am Platz der Freiheit in Heidenau. Im Mittelpunkt standen die Geschichten der Familien Berger sowie Reiner/Käthe Mickwausch.
Bernhard Berger wurde am 9. November 1938 im Zuge der Novemberpogrome verhaftet und ins KZ Buchenwald deportiert, wo er die Häftlingsnummer 23264 erhielt. Maximilian Reiner wurde am 11. November 1938 verhaftet und nach Dresden verschleppt. Im Gegensatz zu vielen anderen blieb ihm die Deportation nach Buchenwald erspart – er wurde nach einigen Tagen wieder entlassen. Seine Verfolgung endete damit aber nicht.
Am folgenden Tag fand die Gedenkveranstaltung in Pirna statt. Steffen Richter, Sprecher der VVN-BdA Region SOE, begrüßte rund 30 Teilnehmende am VVN-Denkmal. Der Rundgang führte vorbei am Stolperstein für den KZ-Dachau-Überlebenden Benno Scholze und weiter zur Fronfeste, einer frühen Haftstätte der Nationalsozialisten, in der auch der jüdische Zahnarzt Max Tabaschnik inhaftiert war.
Traditionell sprach dann Jutta Häcker (Ortsverband DIE LINKE) an der Gedenktafel für das zerstörte Bekleidungsgeschäft von Wolf Jurmann am Markt. Den Abschluss des Stadtrundgangs bildete die Geschichte der Porschendorfer Familie Scooler. Rose Scooler überlebte das KZ Theresienstadt und verarbeitete ihre Erlebnisse in Gedichten.
Beim gemeinsamen Essen und Austausch konnte die Veranstaltung in der K2 Kulturkiste ausklingen. Wir danken allen Teilnehmenden beider Veranstaltungen und hoffen, auch im kommenden Jahr wieder viele Menschen zu den Gedenkveranstaltungen begrüßen zu dürfen. Ebenfalls möchten wir uns bei allen Menschen bedanken, die auch in diesem Jahr wieder Stolpersteine geputzt haben, so dass sie auch an diesem Tag deulich sichtbar waren.
Auch in diesem Jahr fand die Landeskonferenz der VVN-BdA Sachsen als Gesamtmitgliederversammlung statt. Dazu trafen wir uns am 30. August 2025 im „Haus der Vereine“ Frankenberg, einem wirklich schönen und zentralen Veranstaltungsort. Mit sieben Mitgliedern war unser Regionalverband wieder gut vertreten. Derzeit existieren 11 Regional- bzw. Stadtverbände.
Die Sprecherin unseres Landesverbandes, Kerstin Köditz, eröffnete die Konferenz und gab einen Rückblick über die letzten 10 Monate seit ihrer Wahl im November 2024. Es gab viele Herausforderungen, die insbeondere die Struktur der Vereinigung betreffen und an denen auch in den kommenden Monaten weiter gearbeitet werden muss. Doch auch einige Erfolge sind zu verzeichnen. Nicht zuletzt brachte sich der Landesverband in die Diskussionen zum 8. Mai als Gedenktag und die Forderung nach einer Finanzierung der Gedenkstätte Sachsenburg ein. Außerdem konnte mit unserer Unterstützung der Förderverein Gedenkstätte Ehrenhain Zeithain den Bahnof Jacobsthal erwerben. Das Bahnhofsgebäude soll nun schrittweise zum einem Ort der Erinnerung und des Gedenkens gestaltet werden. Nach vielen Jahren kann er am 14. September 2025 im Rahmen „Tag des Offenen Denkmals“ erstmalig für die Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden und ist zwischen 10 und 12 Uhr geöffnet.
Mit großer Mehrheit wurde der Leitantrag des Landesvorstandes angenommen. Er fasst noch einmal die wichtigen Arbeitsschwerpunkte der VVN-BdA zusammen: Erinnerungsarbeit, Antifaschismus und Friedensarbeit. Mit Blick auf die derzeitige politische Lage in Sachsen heißt es folgerichtig im Antrag: „Die Aufgaben, vor denen die VVN-BdA Sachsen steht, sind groß und sie wachsen weiterhin. Wir wissen, dass wir sie keinesfalls alleine bewältigen können. Als VVN-BdA Sachsen wissen wir, dass Bündnisarbeit im Bereich des Antifaschismus unverzichtbar ist.“
Zu einem Gedenken trafen wir uns dann nach dem Mittagessen am VdN-Denkmal im Volkspark und legten Blumengestecke nieder. Kerstin Köditz bezog sich in ihrer Rede auf die Worte des Auschwitz-Überlebenden Primo Levi: „Es ist geschehen, und folglich kann es wieder geschehen: Darin liegt der Kern dessen, was wir zu sagen haben.“ Bereits im vergangenen Jahr hatten wir die Konferenz genutzt, um am Denkmal in Sachsenburg zu erinnern. Eine gute und wichtige Aktion, die gern auch zu den kommenden Konferenzen fortgeführt werden kann. Link
Bevor wir zu den Nachwahlen kamen, berichteten die Kamerad*innen der Chemnitzer VVN-BdA über die Arbeit vor Ort. Mit der Erinnerungsbank und einem riesigen Wandbild, wird in Chemnitz an den Holocaust-Überlebenden Justin Sonder erinnert. Das Porträt auf einer Giebelwand an der Glockenstraße sprühte Falk Lehmann, alias AKUT. Im vergangenen Jahr lies das Internationale Auschwitz-Komitee in Kooperation mit der Stadt Chemnitz eine Skulptur, die Justin Sonder sitzend auf einer Bank darstellt, auf dem Brühl aufstellen.
Bei den Nachwahlen zum Landesvorstand konnten zwei neue Mitglieder gewonnen werden. Die Regionen Sächsische Schweiz-Osterzgebirge und Leipzig werden nun mit je einem Vertreter dem neuen Vorstand angehören. Ingrid Heyser (Bautzen) schied nach langjähriger Tätigkeit im Vorstand aus. Sie wird aber selbstverständlich weiterhin in ihrer Region aktiv bleiben.
Ein weiterer Antrag beschäftigte sich mit der Fortsetzung unserer Bildungsarbeit anlässlich des 80. Jahrestags der Befreiung vom Faschismus und dem Ende des Zweiten Weltkrieges unter den erschwerten Bedingungen rechter Mehrheiten in Kommune, Land und Bund. Als einen wichtigen Punkt enthält der Antrag die Erstellung einer Übersicht über Gedenksteine und Erinnerungsorte. Dabei soll die Zusammenarbeit mit vorhandenen Projekten, z. B. der Webseite „gedenkplaetze.info“ angestrebt werden. Der Antrag wurde einstimmig angenommen.
Deutlich wurde bei unserer Konferenz aber auch, dass es innerhalb der VVN-BdA Sachsen eine Verständigung zu Schwerpunkten und Inhalten antifaschistischer Arbeit unter den aktuellen Bedingungen in Sachsen braucht. Es braucht auch weiterhin eine Vermittlung zwischen den Mitgliedern und ihren individuellen Schwerpunktsetzungen in der Vereinsarbeit – aber es braucht auch weiterhin die klare und konsequente Abgrenzung gegenüber Organisationen der extremen Rechten. So heißt es eben auch im beschlossenen Leitantrag: „An Bündnissen, Aktionen oder Demonstrationen, an denen Gruppierungen der extremen Rechten beteiligt sind, werden die VVN-BdA Sachsen, ihre Gliederungen und Mitglieder nicht teilnehmen.“
„Ich möchte euch genau deshalb die Kunst zeigen, die es nach Auffassung der Nazis eigentlich nicht mehr geben dürfte … und ich möchte euch damit auch diejenigen, die sie erschaffen haben vorstellen. Was ihr hier seht, sind Werke aus einem Zeitraum von etwa 70 Jahren.“
Am 8. August wurde in der Pirnaer K2 Kulturkiste die Ausstellung „Kunst • Verfolgung • Widerstand“ eröffnet. Sie zeigt eine bemerkenswerte Sammlung von Werken verfolgter Künstler*innen. Der Großteil von ihnen war Mitglied in der Assoziation revolutionärer bildender Künstler, die kommunistische Organisationen unterstützten. So wurden Plakate für die KPD entworfen aber auch Bühnenbilder für Arbeitertheater.
Sechs Bilder und Biografien wurden nach der Begrüßung genauer vorgestellt. Es waren unter anderem Werke der früheren Hohnstein-Häftlinge Johnny Friedlaender und Fritz Schulze. Während Friedlaender den Nationalsozialismus überlebte, töteten die Nazis Fritz Schulze 1942 in Berlin-Plötzensee. Zu sehen sind seine Drucke „Spanischer Arbeiter“ und „Hungrige Katze“.
Wir empfehlen den Besuch der Ausstellung, die ihr bis Oktober jeden Donnerstag von 14-17 Uhr anschauen könnt. Darüber hinaus können unter kontakt@akubiz.de andere Termine vereinbart werden. Am 18. August findet im Rahmen einer Fahrradtour eine weitere Veranstaltung statt, welche die Ausstellung in Pirna zum Ziel hat. Los geht es 17 Uhr am Haltepunkt Dresden-Dobritz.
In den vergangenen Wochen nahmen wir an verschiedenen Veranstaltungen zm 80. Jahrestag der Befreiung vom Nationalsozialismus teil.
Gedenkstätte Flossenbürg
Am 27. April trafen wir dabei in der Gedenkstätte Flossenbürg langjährige Weggefährtinnen wieder. Insbesondere freuten wir uns über den Austausch mit Josef Salomonovic, der als der letzten Überlebenden nach Flossenbürg reiste. Er wurde es Kind auch ins KZ Mockethal-Zatzschke (Pirna) verschleppt. Im Namen der VVN-BdA SOE und des AKuBiZ e. V. legten wir im „Tal des Todes“ Gebinde nieder. Über 800 Menschen waren bei einer interkulturellen Beisetzung sterblicher Überreste dabei, die bei Bauarbeiten gefunden worden waren. Eine sehr bewegende Rede hielt die Tochter des KZ-Überlebenden Leon Weintraub.
Gedenkort Uckermark und Gedenkstätte Ravensbrück
Am 3. und 4. Mai beteiligten wir uns an zwei Gedenkveranstaltungen in Brandenburg. Die Befreiungsfeier fand auf dem Gelände des ehemaligen KZ Uckermark statt, im Gedenken an die Frauen* und Mädchen*, die 1942—1945 im Jugendkonzentrationslager und 1945 im Vernichtungsort gequält und ermordet wurde. Dort trat unter anderem der antifaschistische Chor Pir-Moll auf.
Einen tag später kamen dann über 1500 Menschen aus der ganzen Welt und nahmen an der Veranstaltung der Gedenkstätte Ravensbrück teil. Zu den Redner*innen beider Veranstaltungen gehörte Ingelore Prochnow, die im April 1944 im Lager geboren wurde. „Ich bin eine Überlebende, eine Zeitzeugin, jedoch ohne eigene Erinnerung. Ich kann nur berichten über das Leben meiner Mutter, meines Vaters und über die Auswirkungen auf mein eigenes Leben. Es ist ein Stück Zeitgeschichte mit traumatischen Folgen, die bis in die heutige Zeit hineinreichen, bis in meine eigene Familie.“
Veranstaltungen am Tag der Befreiung im Landkreis Sächsische Schweiz-Osterzgebirge
Am 8. Mai 1945 wurde nahezu ganz Europa von der Geißel des Faschismus befreit. In Deutschland erlebten in erster Linie die überlebenden Verfolgten und Widerstandskämpfer*innen diesen Tag als Befreiung. Aber auch wir alle, die wir heute leben, verdanken die Möglichkeit eines Lebens in Frieden, Freiheit und Vielfalt den Siegern des 8. Mai 1945.
Mit besonderer Dankbarkeit erinnern wir auch an den Beitrag, den der antifaschistische Widerstand in Deutschland, in der Emigration, als Teil von Partisan*innenverbänden und in den Streitkräften der Anti-Hitler-Koalition geleistet hat.
An folgenden Orten finden Gedenkveranstaltungen statt:
• 8. Mai, 17 Uhr – Sowjetischer Ehrenfriedhof Dippoldiswalde • 8. Mai, 17-18 Uhr – Sowjetischer Ehrenhain in Pirna-Rottwerndorf • 8. Mai, 18 Uhr – Denkmal am Platz der Freiheit in Heidenau
Wir werden weitere Veranstaltungen im Landkreis ergänzen. Hinweise dazu nehmen wir gern auf.
Am vergangenen Wochenende fand die Klausur des Landesvorstands der VVN-BdA Sachsen in Pirna statt. Als Tagungsort wurde die K2 Kulturkiste auf der Schössergasse ausgewählt.
Ganz im Sinne unserer Vereinigung, kamen die Vorstandsmitglieder auch am VVN-Denkmal auf der Grohmannstraße zu einem kleinen Gedenkmoment zusammen. Sie legten Blumen am 1953 errichteten Denkmal nieder. Jährlich findet hier auch die Veranstaltung am 27. Januar, dem Tag des Gedenkens an die Opfer des Nationalsozialismus, statt.
Wir danken dem Landesvorstand für das ehrenamtliche Engagement und das Aufrechterhalten der Struktur unseres Landesverbands. Wir freuen uns auf eine weitere gute Zusammenarbeit!
29. März 2025, Angehörigentreffen und Gründung der Lagerarbeitsgemeinschaft (LAG) KZ Hohnstein auf der Burg Hohnstein
Vergangenen Samstag trafen sich Angehörige ehemaliger Häftlinge des Konzentrationslagers Hohnstein, um sich miteinander auszutauschen und einander kennenzulernen. Eingeladen hatte der Pirnaer Verein AKuBiZ.
Am 8. März 1933 besetzte die SA die damalige Jugendburg, verhaftete den Burgleiter Konrad Hahnewald und richtete ein Konzentrationslager ein. Bis August 1934 waren rund 5600 Häftlinge eingesperrt, sie wurden zur Arbeit gezwungen. Mehrere Gefangene wurden im KZ Hohnstein ermordet, in den Tod getrieben oder starben an den Folgen der Haft.
Nun kamen auf die Burg Hohnstein aus mehreren Bundesländern 24 Angehörige von 14 ehemaligen Häftlingen wie zum Beispiel dem Gründer der Jugendburg Hohnstein Konrad Hahnewald und der Malerin Eva Schulze-Knabe.
Begrüßt wurden die Anwesenden durch den Geschäftsführer der Betriebsgesellschaft Daniel Hujer, der die Bedeutung des neuen Zusammenschlusses und der Erinnerung an das KZ betonte.
Während eines Gedenkens an der Stele vor der Burg wurden Blumen in Erinnerung an das KZ Hohnstein abgelegt und ein Gruß des Netzwerks der Lagerarbeitsgemeinschaften überbracht.
Am Nachmittag wurde im Beisein weiterer Gäste dann die Lagerarbeitsgemeinschaft KZ Hohnstein gegründet. Sie versteht sich als Zusammenschluss von Angehörigen ehemaliger Häftlinge und weiteren Interessierten, die sich für die Erinnerung an das KZ Hohnstein, einschließlich seiner Vor- und Wirkungsgeschichte, einsetzen.
Es ist die zweite Lagerarbeitsgemeinschaft, die in Sachsen gegründet wurde. Bereits 2009 schlossen sich Engagierte zur LAG KZ Sachsenburg zusammen in Erinnerung an das Frühe KZ in der Nähe von Frankenberg.
Die Mitglieder der Lagerarbeitsgemeinschaft Hohnstein setzen sich ein für einen angemessenen Gedenk- und Erinnerungsort, die fortgesetzte Nutzung der Burg Hohnstein als Ort der Begegnung und Bildung, eine entschiedene Sichtbarmachung der Geschichte zwischen 1924 und 1945 auf der Burg, die wissenschaftlich fundierte Darstellung und fortlaufende Aktualisierung der historischen Informationen und einen sensiblen Umgang mit den vorhandenen Erinnerungsorten und -stücken sowie ihrer Erhaltung.
Zur Bedrohung der Fortführung der Gedenkstätten- und Erinnerungsarbeit in Sachsen erklärt Kerstin Köditz, Sprecherin der Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes – Bund der Antifaschistinnen und Antifaschisten (VVN-BdA) Sachsen:
Als Organisation, die das Erbe des antifaschistischen Widerstandes gegen das NS-Regime lebendig erhalten will, sieht die Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes – BdA Sachsen mit großer Sorge, dass ausgerechnet im 80. Jahr der Befreiung vom deutschen Faschismus die Weiterführung der Gedenkarbeit stark gefährdet ist. Für uns ist es ein Alarmzeichen, dass die Gedenkstätte Zwangsarbeit Leipzig mitgeteilt hat, dass sie künftig ihre Arbeit erheblich einschränken muss. Es handelt sich um die einzige Einrichtung im Freistaat, die sich mit diesem wichtigen Teil des Unterdrückungs- und Ausbeutungssystems der Nazis befasst. Wir müssen zudem feststellen, dass auch die Arbeit zivilgesellschaftlicher Initiativen für Demokratie und gegen die extreme Rechte ernsthaft bedroht ist.
Wir appellieren deshalb eindringlich an die Staatsregierung wie auch an die kommunalen Verantwortungsträger, diese Arbeit abzusichern, indem so schnell wie möglich entsprechende Finanzierungszusagen gegeben werden. Die Gedenkstätten- und die Erinnerungsarbeit brauchen Planungssicherheit. Das gilt ebenso für die durch den Freistaat geförderten Projekte der Demokratie- und Integrationsarbeit.
Gerade in der jetzigen politischen Situation darf kein weiteres politisches Porzellan zerschlagen werden. Es würde sich nur sehr schwer wieder kitten lassen. Zitterpartien wie die jetzige um die Zukunft der finanziellen Förderung sind eines demokratischen Staates unwürdig. Wird in diesem Bereich nicht schnell und effektiv gegengesteuert, könnte sich bei den Aktiven der Eindruck verfestigen, dass die Auschwitz-Überlebende Esther Bejarano mit ihrer bitteren Feststellung „Wer gegen die Nazis kämpft, kann sich auf den Staat überhaupt nicht verlassen“ richtig gelegen hat. Das wäre fatal.